Persische Setar: Geschichte, Bau, Stimmung und Spielweise

Persische Setar, eine iranische Langhalslaute

Die persische Setar ist eine kleine Langhalslaute mit leisem, aber außerordentlich ausdrucksvollem Klang. Sie gehört zum Kern der klassischen iranischen Musik und eignet sich besonders für intimes solistisches Spiel. Ihr Name verweist wörtlich auf „drei Saiten“, obwohl die heutige Setar normalerweise vier Metallsaiten besitzt.

Dieser scheinbare Widerspruch erzählt einen Teil ihrer Geschichte. Die vierte Saite kam später hinzu und wird meist mit dem Mystiker und Musiker Moshtaq Ali Shah aus dem frühen 19. Jahrhundert verbunden. Sie heißt deshalb gelegentlich „Moshtaq-Saite“. Sie bereicherte Bordun und Resonanz, ohne den historischen Namen des Instruments zu verändern.

Die persische Setar auf einen Blick

MerkmalTypische Setar
InstrumentenfamilieBundierte persische Langhalslaute
SaitenVier Metallsaiten; die beiden mittleren werden meist gemeinsam angeschlagen
BündeBewegliche gebundene Bünde, meist etwa 25–28
SpielweiseVorwiegend mit dem Nagel des rechten Zeigefingers gezupft
KorpusKleine birnenförmige Schale, meist Maulbeerholz; einteilig oder aus Spänen
Musikalischer EinsatzIranische Kunstmusik, Radif-Unterricht, Solo und kleine Ensembles

Maße, Bundzahl, Saitenstärken und Stimmungen unterscheiden sich je nach Erbauer, Schule und Spieler. Angaben sind daher Orientierung, kein allgemeingültiger Standard.

Aufbau der Setar

Korpus, Hals und Wirbelkasten einer persischen Setar

Korpus und Decke

Der kompakte birnenförmige Resonanzkörper wird traditionell aus Maulbeerholz gefertigt. Eine einteilige Schale wird aus einem massiven Block geschnitzt; eine Spanenschale entsteht aus schmalen Holzstreifen. Keine Bauweise ist automatisch überlegen. Holzwahl, Stärke, Symmetrie, Innenvolumen und das Zusammenspiel von Schale und Decke bestimmen die Ansprache.

Die dünne Holzdecke besitzt mehrere kleine Schalllöcher statt einer großen zentralen Öffnung. Größe und Lage beeinflussen Luftbewegung und Projektion. Wegen ihrer leichten Bauweise muss die Decke vor Stößen und starkem Druck geschützt werden.

Hals, Griffbrett und Bünde

Der lange Hals besteht häufig aus Walnuss. Bewegliche Bünde werden um ihn gebunden, traditionell aus Darm, heute auch aus haltbarem Kunststoff. Ihre Positionen ermöglichen die feinen Intervalle der iranischen modalen Musik; sie entsprechen nicht einfach der westlichen gleichstufigen Teilung. Zahl und Lage richten sich nach Instrument und Spielpraxis.

Saiten und ihre Funktion

Eine moderne Setar besitzt vier Metallsaiten, funktional jedoch drei Spielchöre. Die beiden mittleren Saiten liegen dicht beieinander und werden gewöhnlich gemeinsam angeschlagen. Stahl und Bronzelegierungen sind üblich. Der Satz muss zu Mensur, gewünschter Stimmung und Belastbarkeit des Instruments passen.

Wie wird die Setar gespielt?

Haltung der rechten Hand beim Setarspiel

Anders als die persische Tar, die gewöhnlich mit einem kleinen Plektrum gespielt wird, zupft man die Setar hauptsächlich mit dem Nagel des rechten Zeigefingers. Abwechselnde Ein- und Auswärtsbewegungen erzeugen Einzeltöne, schnelle Wiederholungen, rhythmische Muster und feine Klangfarben. Die übrigen Finger stabilisieren die Hand, ohne sie starr auf der Decke zu verankern.

Die linke Hand nutzt Gleiten, Verzierungen, Triller, Vibrato und subtile Druckänderungen. Saubere Intonation verlangt genaue Fingerpositionen und korrekt gesetzte Bünde. Übermäßiger Druck kann Töne erhöhen, Nebengeräusche erzeugen und Resonanz mindern.

Instrumentenhaltung

Die kleine Schale liegt leicht am Oberkörper oder Oberschenkel, der Hals zeigt etwas nach oben. Der Korpus sollte nicht eingeklemmt werden. Eine stabile, unverkrampfte Haltung lässt dem rechten Zeigefinger Freiheit und hält das linke Handgelenk beweglich.

Stimmung der Setar

Es gibt keine einzige Stimmung für jedes Stück. Iranische Musiker stimmen nach Dastgah, Avaz, tonalischem Zentrum, Lehrer und Repertoire um. Eine häufig gelehrte Referenz basiert auf C und G, doch die absolute Tonhöhe kann an Stimme, Spieler oder Instrument angepasst werden. Der mittlere Doppelchor wird meist unisono gestimmt; die Beziehung von Bass und Bordun ändert sich je nach Modus.

Praktische Beispiele finden Sie in unserem Leitfaden zum Stimmen der Setar. Nähern Sie sich dem Zielton langsam, besonders bei unbekannten Saiten. Entsteht ungewöhnlich hohe Spannung, stoppen Sie und klären Sie die passenden Stärken mit Lehrer, Instrumentenbauer oder Händler.

Klang und musikalischer Charakter

Persische Setar beim intimen Solospiel

Die Setar ist für einen konzentrierten, transparenten und intimen Ton bekannt, nicht für bloße Lautstärke. Jeder Anschlag verbindet einen klaren Beginn mit feiner, komplexer Resonanz. Offene Saiten und Mitschwingungen legen einen Klangschimmer um die Melodie. Nagelwinkel und Anschlagspunkt verändern die Farbe von weich und trocken bis hell und dringlich.

Ihre begrenzte akustische Lautstärke ist kein Mangel, sondern Teil ihrer Identität. Das Instrument belohnt genaues Zuhören und nuancierte Kontrolle. Im Ensemble braucht es sensible Balance; auf der Bühne bewahrt eine sorgfältige Mikrofonierung den natürlichen Charakter meist besser als starke Bearbeitung.

Die Setar in der klassischen iranischen Musik

Das Instrument ist eng mit dem Radif verbunden, dem geordneten Bestand melodischer Modelle der iranischen Kunstmusik. Lernende übernehmen nicht nur Tonfolgen: Phrasierung, Verzierung, modale Bewegung, rhythmische Freiheit und das Ausdrucksgewicht einzelner Töne werden über lange Zeit bei einer Lehrperson vermittelt.

Die Setar kann eine Melodie führen, während offene Saiten Bordun oder rhythmische Resonanz liefern. Dadurch eignet sie sich für wechselnde tonale Zentren und emotionale Verläufe des Dastgah-Systems. Mehr Kontext bietet unser Leitfaden zur persischen Musik.

Geschichte und kulturelle Bedeutung

Setar und iranische Musiktradition

Die Setar gehört zu einer alten Familie iranischer und zentralasiatischer Langhalslauten. Bilder, Texte und verwandte Instrumente belegen einen langen Entwicklungsprozess, nicht eine seit der Antike unveränderte Form. Die heutige Setar entstand durch die Arbeit vieler Generationen von Musikern und Instrumentenbauern.

Wegen ihrer leisen Stimme wurde sie mit privatem Studium, Kontemplation und feinem solistischem Ausdruck verbunden. Sie besitzt auch einen Platz in sufischen und mystischen Zusammenhängen, ist jedoch kein ausschließlich religiöses Instrument. Im 20. Jahrhundert brachten bedeutende Spieler und Lehrer sie in Konzertsaal, Rundfunk und formale Musikausbildung.

Wie wählt man eine persische Setar?

  • Hals prüfen: Er sollte stabil, bequem und frei von problematischer Verdrehung sein.
  • Bünde ansehen: Knoten müssen fest, Positionen brauchbar und Abstände für iranische Musik geeignet sein.
  • Jeden Ton spielen: Achten Sie auf starkes Schnarren, tote Töne und ungleichmäßige Ansprache.
  • Saitenlage beurteilen: Töne sollten ohne übermäßigen Druck sauber ansprechen.
  • Register vergleichen: Bass, mittlerer Doppelchor und hohe Saite sollten zusammenhängend wirken.
  • Schale und Decke prüfen: Suchen Sie nach offenen Fugen, Rissen, losen Teilen oder Verformung am Steg.
  • Setup bestätigen: Fragen Sie nach empfohlener Stimmung und Saitenstärke.
  • Klang vor Dekor: Aufwendiger Schmuck garantiert weder Material noch Verarbeitung oder Ton.

Für Anfänger sind Stimmstabilität, korrekte Bundposition und bequeme Saitenlage wichtiger als teure Verzierung. Beim Onlinekauf sollten Sie klare Fotos, Maße, Klangprobe sowie Angaben zu Etui und Setup verlangen. Vergleichen Sie Modelle in der Setar-Kollektion von Sala Muzik.

Pflege und Wartung

  • Bewahren Sie das Instrument in einem Etui mit guter Halsstütze auf.
  • Meiden Sie direkte Sonne, Heizungen, extreme Trockenheit oder Feuchtigkeit und schnelle Temperaturwechsel.
  • Wischen Sie Saiten und Hals nach dem Spielen sanft ab.
  • Verschieben Sie die gebundenen Bünde nicht beiläufig; kleine Änderungen beeinflussen die Intonation.
  • Verwenden Sie zur Mensur und Stimmung passende Saiten.
  • Lassen Sie Risse, lockere Späne, abhebenden Steg, rutschende Wirbel oder dauerhaftes Schnarren fachgerecht prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Warum heißt sie Setar, obwohl sie vier Saiten hat?

Der Name stammt von der früheren dreisaitigen Form. Die vierte Saite kam später hinzu, der etablierte Name blieb.

Wird die Setar mit einem Plektrum gespielt?

Die traditionelle Technik nutzt hauptsächlich den Nagel des rechten Zeigefingers. Das unterscheidet sie von der persischen Tar, die meist mit einem Plektrum gespielt wird.

Bestehen die Bünde aus Darm?

Traditionelle gebundene Bünde bestehen aus Darm; bei modernen Instrumenten ist Kunststoff ebenfalls üblich. Die Saiten selbst sind aus Metall.

Ist die Setar dasselbe wie die indische Sitar?

Nein. Die Namen sind etymologisch verwandt, Konstruktion, Saitensystem, Technik, Repertoire und Klang unterscheiden sich jedoch deutlich.

Können Anfänger Setar lernen?

Ja. Geringes Gewicht und intimer Klang sind einladend, doch Artikulation, iranische Intonation und Radif-Phrasierung lernt man am besten bei einer kundigen Lehrperson.

Was sollte mit einer Setar geliefert werden?

Klären Sie mindestens Etui, geeignete Saiten und Stimmungsempfehlung. Beim Versand müssen Hals, Steg und empfindliche Decke sicher geschützt sein.


2 Kommentare


  • Sala Muzik

    Puedes ver los modelos desde este enlace: https://salamuzik.com/collections/setar


  • Artur Vilaplana

    Me interesa comprar un setar bien de precio !


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