Gitarre mikrotonal umbauen: Bünde und Einrichtung
Eine Standardgitarre teilt die Oktave in zwölf gleich große Halbtöne. Eine mikrotonale Gitarre erschließt Tonhöhen zwischen oder außerhalb dieser Bundpositionen und ermöglicht Makam- und Maqam-Intonation, reine Stimmung, alternative gleichstufige Systeme und zeitgenössische mikrotonale Komposition. Eine vorhandene Gitarre lässt sich verändern; die beste Methode hängt davon ab, ob Sie ein vorübergehendes Experiment, ein wiederholbares Bühneninstrument oder ein dauerhaftes System benötigen.
Wichtig: Schneiden Sie nicht ins Griffbrett, ziehen Sie keine Bünde, bohren Sie nicht und verwenden Sie keinen dauerhaften Kleber, wenn Sie die Folgen für Mensur, Saitenlage und Wiederverkaufswert nicht beurteilen können. Irreversible Arbeiten gehören in die Hände eines erfahrenen Gitarrentechnikers oder Instrumentenbauers.
Was macht eine Gitarre mikrotonal?
„Mikrotonal“ bezeichnet nicht eine universelle Stimmung. Gemeint sein können Tonhöhen eines bestimmten Makam oder Maqam, Intervalle aus ganzzahligen Verhältnissen, gleichstufige Teilungen wie 19, 24 oder 31 Töne pro Oktave oder eine eigene Tonhöhenauswahl. Bestimmen Sie das musikalische System, bevor Sie zusätzliche Bünde platzieren.
Die vom Gitarristen und Wissenschaftler Tolgahan Çoğulu entwickelte verstellbare mikrotonale Gitarre nutzt kleine bewegliche Bundstücke unter einzelnen Saiten. So sind verschiedene Anordnungen möglich, ohne das Griffbrett dauerhaft mit durchgehenden Bünden zu füllen. Dies ist eine wichtige Konstruktion unter mehreren, nicht die einzige Form mikrotonaler Gitarre.

Mehr dazu: Alles über die mikrotonale Gitarre.
Fünf Wege zu mikrotonalen Tonhöhen
| Methode | Reversibel? | Geeignet für | Hauptgrenze |
|---|---|---|---|
| Bewegliche Fretlets | Meist | Makam-, Maqam- und eigene Anordnungen testen | Position und Befestigung müssen genau und stabil bleiben |
| Temporär gebundene oder abnehmbare Bünde | Ja | Risikoarme Versuche an geeigneten Instrumenten | Können verrutschen, Spielgefühl verändern oder bei niedriger Saitenlage versagen |
| Dauerhafte Teil- oder Vollbünde | Nein | Wiederholbares festes System | Erfordert präzisen professionellen Einbau |
| Bundloser Umbau oder Fretless-Gitarre | Meist nein | Stufenlose Tonhöhenkontrolle | Schwierigere Intonation und andere Technik/Klangfarbe |
| Digitale Tonhöhenbearbeitung oder MIDI | Ja | Elektronische Aufführung und schnelle Stimmwechsel | Tracking, Latenz und Akkordverhalten können variieren |
Zuerst ein Tonsystem wählen
Makam- und Maqam-Praxis
Türkischer Makam und arabischer Maqam lassen sich nicht auf ein festes „Vierteltonraster“ reduzieren. Tonhöhen können von Tradition, Seyir oder melodischem Kontext, Spieler, Ensemble und expressiver Intonation abhängen. Arbeiten Sie mit konkreten Zieltonhöhen einer Lehrkraft oder einem dokumentierten System, statt jeden zusätzlichen Ton genau mittig zwischen Standardbünde zu setzen.
Gleichstufige Systeme
19-TET, 24-TET und 31-TET teilen die Oktave in gleiche Schritte und benötigen jeweils eigene Bundpositionen. Ein 24-TET-Vierteltonsystem ist für manche Musik und Versuche nützlich, bildet aber nicht jede Makam- oder Maqam-Tradition vollständig ab.
Reine Stimmung und eigene Skalen
Durch Frequenzverhältnisse definierte Intervalle benötigen daraus berechnete Positionen. Ein Komponist kann auch nur wenige zusätzliche Tonhöhen statt eines vollständigen Systems auf dem ganzen Hals wählen.
Berechnung der Bundposition
Bei einer gleichmäßigen Teilung der Oktave in N Teile beträgt der Abstand vom Sattel zum Schritt n:
d = L × (1 − 2−n/N)
L ist die tatsächliche Mensur. Für ein Verhältnisintervall mit Frequenzverhältnis r gilt d = L × (1 − 1/r). Dies sind theoretische Ausgangswerte. Sattelhöhe, Saitenstärke, Saitenlage, Steifigkeit, Fingerdruck und Kompensation verändern das klingende Ergebnis; die Endposition muss mit zuverlässigem Stimmgerät und vorgesehener Technik geprüft werden.
Reversible Methode: bewegliche Fretlets

- Tonhöhen definieren. Notieren Sie Centwerte, Verhältnisse oder Referenztöne.
- Tatsächliche Mensur messen. Vom Auflagepunkt am Sattel bis zum Kontaktpunkt am Stegreiter; einzelne E-Gitarrenreiter können abweichen.
- Ausgangspositionen berechnen. Zuerst mit schwach haftendem, ablösbarem Band markieren, niemals sofort schneiden.
- Oberfläche vorbereiten. Herstelleranleitung befolgen und Befestigungsmaterial an unauffälliger Stelle testen.
- Jeweils eine Tonhöhe installieren. Das Fretlet muss unter der vorgesehenen Saite liegen, ausreichend hoch sein und Nachbarsaiten nicht stören.
- Aus beiden Richtungen prüfen. Melodisch von unten und oben annähern und im tatsächlichen Satz und Register testen.
- Nach dem Spielen erneut prüfen. Verrutschen und Auswirkungen des Klebers auf die Oberfläche ausschließen.
Verwenden Sie nur ein dafür entwickeltes abnehmbares System, das zur Griffbrettoberfläche passt. Haushaltskleber, scharfkantige Metallstreifen und improvisierte Schrauben können Gitarre und Spieler schädigen.
Dauerhafte Neubundierung und Zusatzbünde
Ein dauerhafter Umbau kann für Tourneen und festes Repertoire stabiler sein, erlaubt aber kaum Fehler. Der Techniker muss Bundschlitze, Höhe, Krone, Abrichtung, Halskrümmung, Sattel- und Stegeinstellung sowie mögliche Konflikte von Teilbünden mit Nachbarsaiten planen.
- Festes Layout wählen, bevor ein Schlitz geschnitten wird.
- Dem Instrumentenbauer Centwerte, Verhältnisse oder genaue Stimmdokumentation geben—nicht nur Notennamen.
- Entscheiden, ob jede Saite dieselbe zusätzliche Tonhöhe benötigt.
- Orientierungsmarkierungen für das dichtere Griffbrett planen.
- Nach der Bundarbeit eine vollständige Einrichtung erwarten.
Auch das Entfernen der Standardbünde ist praktisch dauerhaft. Gefüllte Schlitze, Abrichten des Griffbretts, Sattelanpassung und eine geeignete Oberfläche können nötig sein.
Einrichtung, Saiten und Intonation
Zusatzbünde machen die Gitarre nicht automatisch stimmrein. Sehr niedrige Saitenlage kann Fretlets schnarren oder stumm bleiben lassen; hohe Saitenlage kann Töne beim Greifen erhöhen. Saitenstärke und Material verändern Steifigkeit und Kompensation. Prüfen Sie nach Materialwechsel leere Saiten, Standardbünde und neue Tonhöhen.
Testen Sie E-Gitarren zunächst clean, bevor Verzerrung oder Modulation hinzukommen: Effekte können Schnarren und instabile Tonansprache verdecken. Akkorde zeigen außerdem Fehler, die eine einzelne Melodielinie verbirgt.
Mikrotonale Gitarre üben

- Lernen Sie den Klang jeder zusätzlichen Tonhöhe vor einer neuen Griffgestalt.
- Üben Sie langsame Drones und kurze Phrasen statt nur chromatischer Übungen.
- Vergleichen Sie die Tonhöhe mit ihrer melodischen Funktion, nicht nur mit der Anzeige.
- Nutzen Sie Bends und Slides bewusst; sie ersetzen keine stabilen Zielpositionen.
- Nehmen Sie sich mit Begleitung auf, um die Intonation im Kontext zu hören.
Eine bundlose Gitarre bietet stufenlose Kontrolle, ein bundiertes mikrotonales System wiederholbare Orientierungspunkte. Keines ist automatisch „authentischer“; die Wahl hängt von Musiksprache und Technik ab.
Häufige Fehler
| Fehler | Warum er scheitert | Besserer Ansatz |
|---|---|---|
| Jeden Zusatzbund mittig setzen | Setzt alle mikrotonalen Systeme mit 24-TET gleich | Tatsächliche Stimmung oder Zieltonhöhe zuerst definieren |
| Mit nominaler Mensur messen | Realer Kontaktpunkt und Kompensation können abweichen | Instrument messen und akustisch prüfen |
| Dauerkleber für einen Versuch | Kann Oberfläche beschädigen und Korrektur erschweren | Entwickeltes abnehmbares System verwenden |
| Nur mit Verzerrung testen | Effekte verdecken Schnarren und unstabilen Anschlag | Clean testen, dann im Aufführungsklang |
| Lehrkraft oder Repertoire ignorieren | Technisch genaue Anordnung kann musikalisch falsch sein | Nach Tradition und konkreten Phrasen bauen |
Häufig gestellte Fragen
Kann jede Gitarre mikrotonal werden?
Die meisten Gitarren erreichen Mikrointervalle durch Bends, Slides, abnehmbare Systeme oder digitale Bearbeitung. Ein physischer Umbau hängt von Griffbrettgeometrie, Saitenlage, Oberfläche und Layout ab.
Müssen vorhandene Bünde entfernt werden?
Nein. Bewegliche oder zusätzliche Teilbünde können das Standard-Zwölftonsystem erhalten. Entfernen ist nur für ausdrücklich gewünschte stufenlose Fretless-Kontrolle relevant.
Ist eine Vierteltongitarre für türkischen Makam geeignet?
Sie kann nützlich sein, doch gleiche Vierteltöne bilden nicht jede Tonhöhe und Ausdruckspraxis des türkischen Makam ab. Folgen Sie einer Lehrkraft und der Intonation des Repertoires.
Kann ich Fretlets selbst installieren?
Ein gut entwickeltes abnehmbares Set kann ein sorgfältiger Spieler nach Anleitung montieren. Dauerhafte Schlitze, Bundentfernung oder empfindliche Klebearbeit gehören zum Fachmann.
Entdecken Sie erhältliche mikrotonale Gitarren-Fretlets oder klären Sie die Kompatibilität vor der Bestellung mit Sala Muzik.

Hi William
Yes, you can do it this way.
You can learn how to do it by watching this video: https://www.youtube.com/watch?v=hE-sehgOrTY
I’m a bit confused. Can I also make a microtonal guitar simply by adding in regular frets at the right positions? Is there a manual of some sort on how to do this?
Thanks!!
WDF
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