Die wichtigsten traditionellen Musikinstrumente der Philippinen

Die Musikkultur der Philippinen ist so vielfältig wie der Archipel selbst. Flachgongs und Bambusinstrumente der Cordillera-Gemeinschaften im Norden Luzons stehen neben den Kulintang-Ensembles von Mindanao und Sulu. Hinzu kommen Flöten, Maultrommeln, Lauten und Zithern aus unterschiedlichen Regionen. Der Begriff „philippinische Musikinstrumente“ bezeichnet deshalb keine einheitliche Tradition.

Traditionelle Musikinstrumente der Philippinen

Merkmale philippinischer Instrumente

Bambus, Holz, Bronze oder Messing, Tierhaut und Pflanzenfasern gehören zu den häufigsten Materialien. Namen und Bauformen können sich je nach Region und Sprache ändern. Ein verwandter Instrumententyp trägt in benachbarten Gemeinschaften daher manchmal einen anderen Namen.

Im Norden sind Gong- und Bambusensembles verbreitet. Im Süden bildet eine Reihe kleiner Buckelgongs, das Kulintang, das melodische Zentrum eines Ensembles. Seit der spanischen Kolonialzeit prägen außerdem Rondalla-Gruppen mit gezupften Saiteninstrumenten das Musikleben.

Welche traditionellen philippinischen Instrumente gibt es?

Zu den bekanntesten gehören Kulintang, Gangsa, Dabakan, Bungkaka, Tongali, Kubing, Kudyapi und verschiedene Bambuszithern. Sie zählen zu ganz unterschiedlichen Familien: Gong, Trommel, Flöte, Maultrommel, Laute und Zither.

Gongs und Bambusinstrumente von den Philippinen

Kulintang

Das Kulintang ist keine Bambuszither. Es besteht aus einer abgestimmten Reihe kleiner Buckelgongs, die waagerecht auf einem Holzgestell liegen. Acht Gongs sind in vielen Traditionen üblich, die Zahl kann jedoch variieren. Gespielt wird mit zwei hölzernen Schlägeln.

In Maguindanao- und Maranao-Ensembles wird das Kulintang unter anderem von großen, hängenden Agung-Gongs, Gandingan, Babandil und der becherförmigen Dabakan-Trommel begleitet. Die Musik entsteht aus dem rhythmischen Zusammenspiel aller Stimmen.

Gangsa

Die Gangsa ist ein flacher Gong der Cordillera-Gemeinschaften. Sie kann in einer Hand gehalten und mit einem Schlägel angeschlagen oder auf den Schoß gelegt und mit der Hand gespielt werden. In einem Ensemble übernimmt jeder Musiker einen Teil des gemeinsamen Rhythmus.

Dabakan

Die Dabakan ist eine einfellige, becherförmige Trommel, die besonders im Kulintang-Ensemble verwendet wird. Über den Holzkorpus wird eine Haut gespannt; gespielt wird mit zwei Stöcken. Sie trägt den rhythmischen Ablauf zwischen den Gongstimmen.

Bungkaka oder Balingbing

Die Bungkaka wird aus einem längs geschlitzten Bambusrohr gefertigt. Schlägt man das Ende gegen die Handfläche oder eine feste Fläche, schwingen die beiden Bambuszungen und erzeugen einen kurzen, schnarrenden Ton. Regional sind Namen wie Bungkaka und Balingbing gebräuchlich.

Tongali und andere Bambusflöten

Die Tongali ist eine Nasenflöte aus der Cordillera. Der Luftstrom wird durch ein Nasenloch in die Anblaskante geführt. Daneben gibt es lippengeblasene Flöten wie Paldong oder Palendag sowie die Suling mit ringförmigem Mundstück. Tangkop oder Tanghup bezeichnet in manchen Gruppen eine Bambuspfeife.

Kubing oder Afiw

Kubing und Afiw sind regionale Bezeichnungen für Maultrommeln. Sie können aus Bambus oder Metall bestehen. Der Rahmen wird vor Zähne oder Lippen gehalten, die Zunge mit dem Finger angeregt und der Klang durch Veränderungen des Mundraums geformt.

Kudyapi

Die Kudyapi ist eine lange, zweisaitige Bootslaute, die mit mehreren Gemeinschaften Mindanaos verbunden ist. Eine Saite kann die Melodie tragen, die andere einen Bordun liefern. Bewegliche Bünde aus Bienenwachs werden für die jeweilige Tonordnung positioniert.

Bambuszithern

Röhrenzithern heißen regional etwa Sludoy oder Kolitong. Ihre Saiten werden häufig als schmale Streifen direkt aus der äußeren Bambusschicht herausgeschnitten und mit kleinen Stegen vom Rohr abgehoben. Das Rohr dient zugleich als Resonanzkörper. Saitenzahl und Namen unterscheiden sich je nach Gemeinschaft.

Kalutang

Kalutang bezeichnet gestimmte Paare von Holzstäben, die besonders mit Marinduque verbunden sind. Die Stäbe werden an bestimmten Punkten und Winkeln gegeneinandergeschlagen. Unterschiedliche Größen bilden im Ensemble Stimmen vom Sopran bis zum Bass.

Fazit

Wer philippinische Instrumente verstehen möchte, sollte ihren regionalen Zusammenhang beachten. Kulintang steht für die Gongkultur des Südens, Gangsa für gemeinschaftliches Musizieren in der Cordillera, Kudyapi und Bambuszithern für verschiedene Saitentraditionen. Korrekte Namen und Zuordnungen zeigen diese Vielfalt wesentlich besser als eine ungeprüfte Liste.


1 Kommentar


  • Aiden

    this is a great website


Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.