Persische Setar stimmen: Saiten, Töne und sichere Schritte
Eine persische Setar wird nach Dastgah, Avaz oder Werk gestimmt; es gibt keine universelle Stimmung für das gesamte Repertoire. Eine häufige Anfängerreferenz basiert auf C und G, doch Bass- und Moshtaq-Bordunsaite können sich je nach Modus ändern. Gehen Sie langsam vor, identifizieren Sie jede Saite vor dem Drehen und verwenden Sie möglichst die Zieltöne Ihrer Lehrkraft.
Wichtig: Die persische Setar ist weder die indische Sitar noch die sechssaitige persische Tar. Eine moderne Setar besitzt gewöhnlich vier Metallsaiten in drei funktionalen Gruppen: zwei Melodiesaiten, die Moshtaq-Bordunsaite und die Basssaite.
Setar-Stimmung im Überblick
| Saite | Üblicher Name | Typische Funktion | Häufige Anfängerreferenz |
|---|---|---|---|
| 1, in üblicher Spielhaltung dem Boden am nächsten | Weiße Saite | Hauptmelodiesaite | C |
| 2 | Gelbe Saite | Zweite Melodiesaite | G unter der weißen Saite |
| 3 | Moshtaq-Saite | Bordun/Resonanz; funktional oft mit dem Bass verbunden | Häufig C, aber modusabhängig |
| 4 | Bam- oder Basssaite | Tiefer Bordun und Bassfundament | Häufig tiefes C, aber modusabhängig |
Von der weißen Saite zur Bassseite gelesen ergibt dies die verbreitete Beziehung C–G–C–C, wobei das letzte C in tieferer Lage liegt. Manche Quellen zählen in der entgegengesetzten körperlichen Richtung. Bestätigen Sie deshalb Saitennamen und Tonhöhe, statt nur eine nackte Folge zu kopieren. Auch Oktavnummern unterscheiden sich zwischen Apps und Notationssystemen.
Was ist eine persische Setar?
Die Setar ist eine langhalsige iranische Laute mit kleinem, meist aus Maulbeerholz gefertigtem Korpus, Holzdecke, beweglichen gebundenen Bünden und vier Metallsaiten. Ihr Name bedeutet wörtlich „drei Saiten“ und erinnert an die ältere Bauform. Später wurde eine vierte Saite hinzugefügt, die mit dem Musiker und Mystiker Moshtaq Ali Shah verbunden und gewöhnlich Moshtaq-Saite genannt wird.
Das Instrument ist zentral für die klassische persische Musik und dient Solospiel, Gesangsbegleitung und Radif-Studium. Es wird vor allem mit dem Nagel des rechten Zeigefingers statt mit einem üblichen Plektrum angerissen.

Mehr zu Bau, Geschichte und Spielkontext finden Sie in unserem ausführlichen Setar-Leitfaden.
Vor dem Stimmen
- Verwenden Sie ein chromatisches Stimmgerät oder eine App, die C, G und die von Ihrer Lehrkraft verlangten veränderten Tonhöhen anzeigen kann.
- Stimmen Sie in einem ruhigen Raum und dämpfen Sie unbenutzte Saiten.
- Prüfen Sie vor dem Spannen, welcher Wirbel welche Saite steuert.
- Kontrollieren Sie den Verlauf über Sattel und Steg; eine Saite in der falschen Kerbe reagiert unberechenbar.
- Geben Sie einem neuen, kalten oder frisch besaiteten Instrument Zeit zum Setzen.
- Verschieben Sie gebundene Bünde nicht, um offene Saiten zu stimmen.
Neue Saiten dehnen sich und die Wirbelreibung kann nach jeder Korrektur variieren. Rechnen Sie mit mehreren sanften Durchgängen statt einer großen Bewegung.
Die vier Saiten erkennen
Weiße Melodiesaite
Die dünne weiße oder Stahlsaite ist die wichtigste Melodiesaite. In einer verbreiteten C-basierten Einrichtung wird sie auf C gestimmt und dient als Referenz für viele gegriffene Töne.
Gelbe Melodiesaite
Die gelbe oder Messingsaite wird gewöhnlich eine Quarte unter die weiße Saite gestimmt, also häufig auf G, wenn die weiße Saite C ist. Sie bietet eine andere Klangfarbe und unterstützt die melodische Bewegung.
Moshtaq-Saite
Die dritte Saite wurde der älteren dreisaitigen Form hinzugefügt und dient vor allem Resonanz und Bordun. Ihr Zielton richtet sich nach Dastgah oder Werk. In einer einfachen C-Einrichtung ist sie häufig auf C gestimmt und steht klanglich mit dem Basskurs in Beziehung.
Bam-Saite
Die umsponnene Basssaite liefert das tiefe Fundament. Tiefes C ist eine häufige Unterrichtsreferenz, doch eine Lehrkraft kann für das modale Zentrum einen anderen Ton wählen. Nehmen Sie nicht an, dass Bam und Moshtaq in jedem Dastgah unverändert bleiben.

Setar Schritt für Schritt stimmen
- Zielstimmung wählen. Für eine erste C-basierte Einrichtung nehmen Sie C für Weiß, G für Gelb, C für Moshtaq und ein tieferes C für Bam. Bei einem Werk gilt die genaue Alternative der Lehrkraft.
- Mit der weißen Saite beginnen. Sanft zupfen, Anzeige stabilisieren lassen und den Wirbel nur minimal drehen.
- Gelbe Saite stimmen. Auf G unter dem weißen C bringen und die offene Quarte nach der Anzeige auch nach Gehör prüfen.
- Bass einstellen. Dem tiefen C langsam nähern. Die umsponnene Saite reagiert träger und kann am Sattel klemmen.
- Moshtaq stimmen. In der Referenzeinrichtung die vorgesehene C-Beziehung zu Bass und Melodiesaiten herstellen, ohne eine falsche Oktave zu erzwingen.
- Zyklus wiederholen. Jede Spannungsänderung beeinflusst Hals und Steg; alle vier Saiten erneut prüfen.
- Musikalisch testen. Offene Kombinationen, eine bekannte Phrase und den modalen Ruheton spielen, statt nur der Anzeige zu vertrauen.
Reibungswirbel sicher drehen
Traditionelle Setar-Wirbel halten durch Reibung. Stützen Sie den Hals nahe dem Wirbelkasten, zupfen Sie mit der anderen Hand und drehen Sie stets nur wenig. Leichter Druck nach innen kann einen passend gearbeiteten Wirbel setzen; übermäßige Kraft kann den Wirbelkasten spalten oder eine Saite reißen.
- Ist der Ton deutlich zu hoch, zuerst lockern und von unten annähern.
- Mit einer neuen oder unbekannten Saite nie schnell zum Zielton springen.
- Rutscht ein Wirbel wiederholt, nicht tiefer hineinzwingen, sondern die Passung prüfen lassen.
- Klemmt er, stoppen, bevor Kopf oder Saite verdreht werden. Feuchte, schlechte Passung oder Rückstände brauchen eventuell Fachhilfe.
- Gesicht und Augen beim Spannen aus der Saitenlinie halten.
Alternative Stimmungen für persische Modi
Die Melodiesaiten behalten oft ein stabiles Intervall, während Bordun und Bass an tonales Zentrum und wichtige Töne des Dastgah oder Avaz angepasst werden. Im Unterricht begegnen unterschiedliche Beziehungen für Shur, Mahur, Homayun, Segah, Chahargah, Nava oder bestimmte Werke.
Diese Systeme enthalten Tonhöhen wie Koron, die ein einfaches westliches Stimmgerät schlecht benennen kann. Eine Lehrkraft kann Aufnahme, Cent-Abweichung oder einen nach Gehör zu treffenden Ton vorgeben. Verschieben Sie nicht die Bünde, damit eine offene Saite einen konventionellen westlichen Namen zeigt; Saitenstimmung und Bundposition sind getrennte Aufgaben.
| Situation | Bester Ansatz | Warum |
|---|---|---|
| Erste Stunde oder Grundtechnik | C-basierte Referenz der Lehrkraft verwenden | Schafft einen wiederholbaren Ausgangspunkt |
| Neuer Dastgah oder Avaz | Bam- und Moshtaq-Töne vor dem Üben bestätigen | Bordune müssen das modale Zentrum stützen |
| Gesangsbegleitung | Nur mit von der Lehrkraft bestätigter Saitenspannung transponieren | Passt zur Stimmlage, ohne Saiten zu überlasten |
| Ensemblespiel | Zuerst Referenzton und Tonsystem vereinbaren | Verhindert korrekte relative Stimmung auf falscher Gesamthöhe |
Feinstimmung nach Gehör
Ein elektronisches Gerät setzt die Referenz, doch die Setar sollte auch über ihre Resonanz geprüft werden. Spielen Sie Weiß und Gelb einzeln, dann zusammen. Hören Sie auf ein stabiles Intervall statt auf schwebende Schläge. Vergleichen Sie Moshtaq und Bam mit der gewünschten Oktav- oder Unisonobeziehung und dem modalen Ruheton.
Zu starker Fingerdruck hinter einem Bund kann den Ton erhöhen. Prüfen Sie gegriffene Töne mit normalem Druck und üblicher Anschlagstärke.
Häufige Stimmprobleme
| Problem | Wahrscheinliche Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| Wirbel rutscht nach dem Stimmen | Schlechte Passung, zu wenig Sitz oder wechselnde Feuchte | Sanft nachstimmen; bei Wiederholung fachgerecht anpassen lassen |
| Ton springt beim Drehen | Saite klemmt in der Sattelkerbe | Spannung lösen und Kerbe prüfen lassen; kein beliebiges Schmiermittel |
| Neue Saite wird ständig tiefer | Normale Dehnung oder lockere Wicklung | Durch Spielen setzen und in mehreren Durchgängen nachstimmen |
| Offene Saiten stimmen, gegriffene nicht | Bundposition, Fingerdruck oder Stegposition | Technik prüfen und vor dem Verschieben Lehrer fragen |
| Saite schnarrt nach dem Stimmen | Zu wenig Spannung, beschädigte Saite, Kerbe oder Einrichtung | Oktave und Saitentyp bestätigen; bei anhaltendem Schnarren stoppen |
Wann Sie stoppen und Hilfe suchen sollten
Beenden Sie das Stimmen, wenn die Saite bereits straff ist, das Gerät aber einen viel tieferen Ton zeigt, der Wirbelkasten knackt, ein Wirbel nicht hält, der Steg wandert oder die Saite ausgefranst ist. Falsche Oktave, Stärke oder Wicklung können das Instrument beschädigen. Eine Setar-Lehrkraft oder erfahrene Werkstatt kann die Ursache sicher bestimmen.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist die Standardstimmung der Setar?
Es gibt keine einzige Stimmung für das gesamte persische Repertoire. C–G–C–tiefes C, von der weißen Melodiesaite zur Bassseite gelesen, ist eine häufige Anfängerreferenz. Bam und Moshtaq ändern sich oft nach Modus oder Werk.
Welche ist die Moshtaq-Saite?
Sie ist die zusätzliche Bordunsaite, die nach der älteren dreisaitigen Form eingeführt wurde. Auf der modernen viersaitigen Setar liegt sie zwischen einer Melodiesaite und der Bassseite; Zählweisen können jedoch entgegengesetzt laufen.
Kann ich ein Gitarrenstimmgerät verwenden?
Ein chromatisches Gitarrenstimmgerät oder eine App kann C und G setzen, sofern es die Setar sauber erkennt. Für Koron und modale Anpassungen brauchen Sie eine Lehrerreferenz oder genaue Cent-Anzeige.
Soll ich auf 440 Hz stimmen?
Nur wenn Lehrkraft, Aufnahme oder Ensemble A4 = 440 Hz verwenden. Persische Musiker wählen für Stimme, Saitenspannung oder Ensemblepraxis mitunter eine andere Gesamtreferenz. Vereinbaren Sie sie vor dem Stimmen.
Warum verstimmt sich meine Setar so schnell?
Neue Saiten, Reibungswirbel, Temperatur, Feuchte und Änderungen an Steg oder Saitensitz beeinflussen die Stabilität. Mehrere sanfte Durchgänge sind normal; dauerhaftes Rutschen oder plötzliche Sprünge brauchen Kontrolle.

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